Der Dritschler

Mein mittlerer Sohn ist ein Dritschler. Er ist fünf Jahre alt. Oftmals dauert es eine gefühlte halbe Ewigkeit bis er etwas erledigt hat. Anziehen, Essen, ….
Zumindest kommt es mir so vor. 🙂

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Ich bringe ihn in den Kindergarten und das Anziehen seiner Hausschuhe dauert ewig, DENN nebenbei betrachtet er die Bilder der anderen Kinder und erzählt Geschichten seinem kleineren Bruder. Und ich, ich sage ihm er soll sich etwas beeilen. Mir ist heiß und ich soll in die Arbeit.
Und dann, dann hat er sich angezogen, wir verabschieden uns und ich bringe noch den „Kleinen“ in die Krippe.
Auf dem Radel, ja ich habe das Glück mit dem Rad in die Arbeit fahren zu können, trete ich so vor mich hin und meine Gedanke schweifen ab. Ich denke über mein Sohn nach und darüber, dass „Alles“ so lange dauert. Aber eigentlich nützt er die Zeit des stupiden Anziehens für Dinge die ihn interessieren und hängt häufig seinen Gedanken hinterher.
Statt einfach die Dinge zu erledigen, abzuhaken, lässt er seine Gedanken schweifen.
Wenn ich auf dem Radel sitze und mich beeile in die Arbeit zu kommen, dann denke ich an nichts, als ans Radfahren. Bin eben dabei in die Arbeit zu kommen.

 

Rush Hour
Aber ist es nicht so, dass uns das Gedanken schweifen lassen, das sich ablenken von dem Erfüllen stupider Tätigkeiten von Maschinen unterscheidet? Wir lenken uns durch diese Gedankenflucht von Dingen ab, die uns nicht gefallen oder uns nicht wirklich beanspruchen. Auch wenn wir dadurch Dinge  nicht so effizient erledigen wie eine Maschine, so versuchen wir doch unsere Zeit sinnvoll zu nutzen, eben mit dem Nachdenken.

Mein Sohn hat mir auf einfache Weise gezeigt, dass er KEINE Maschine ist, sondern ein Mensch. 🙂

Und ich komme durchs Nachdenken, dadurch dass ich meinen Gedanken hinterherhänge viel relaxter in der Arbeit an.

Danke Nuka!

 

 

2 Gedanken über “Der Dritschler

  1. Thomas

    Hi, das ist eine sehr schöne Geschichte welchen den Alltag in das richtige Licht rückt.
    Viel zu häufig versuche ich schnell an der Isar entlang zu radeln, dem Windschatten anderer zu folgen,
    um zwei Minuten früher in der Arbeit zu sein. Bald wird sich alles ändern, der Radweg wird an der Hauptstraßen entlang führen. Gedanklich werde ich mir wünschen noch einmal entspannt an der Isar entlang in die Arbeit zu radeln. Im besten Falle nutze ich die Zeit, um Raum zu schaffen, damit ich die schönen Dinge mehr genießen kann.

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